Stifter

Henri Gustave Thiébaud, 18.9.1906 bis 1.3.2001

Henri Thiébaud wuchs in einfachen Verhältnissen in La Chaux-de-Fonds auf. Er besuchte dort die Uhrmacherschule und das Technikum und liess sich zum Maschineningenieur ausbilden. Seine erste Arbeitsstelle fand er Ende der 1920er Jahre in der Bieler Uhrenmanufaktur FRECO, wo er erstmals Margrith Frey, die Tochter des Patrons traf, mit welcher er über 60 Jahre später seine zweite Ehe einging. In der Krisenzeit der 1930er Jahre wechselte Henri Thiébaud in die Firma Gruen Watch, welche im Besitz amerikanischer Investoren stand und Uhren vor allem für die USA herstellte. Er machte dort rasch Karriere vom Techniker zum geschäftsführenden Direktor, und er führte die Firma mit grossem Einsatz durch die schwierige Zeit der späten 1930er Jahre und des zweiten Weltkriegs. Als die Firma Gruen Watch in den 1950er Jahren wegen unterschiedlicher Interessen ihrer Investoren aufgelöst und die Bieler Anlage von Rolex übernommen wurde, war Henri Thiébaud ein gemachter Mann und Besitzer des prächtig gelegenen Wohnsitzes in Bellmund, welcher heute den Kern der Stiftung Thiébaud-Frey darstellt.

Das private Leben Henri Thiébauds nahm einen unglücklichen Verlauf. Das einzige Kind aus der ersten Ehe, die Tochter Francine, verstarb früh und hinterliess zwei Söhne, welche bald darauf auch den Vater verloren und sich – unter der Obhut der Grosseltern väterlicherseits – von Henri Thiébaud entfremdeten. Nach dem Hinschied der ersten Gattin war Henri Thiébaud lange Jahre einsam. Mitte der 1980er Jahre traf er zufällig die Tochter seines ersten Arbeitgebers, die ebenfalls verwitwete Margrith Tenger-Frey wieder. Mit ihr  verbrachte er noch fast zwei glückliche Jahrzehnte. 1993 schlossen Henri Thiébaud und Margrith Tenger-Frey zusammen ihre zweite Ehe und gründeten 1995 gemeinsam die Stiftung Thiébaud-Frey. Henri Thiébaud durfte bis zu seinem Tod im 95. Lebensjahr ein aktives Leben führen und in seinem geliebten Wohnsitz, der Villa La Prairie, Bellmund verweilen. 

 

Louise Margrith Thiébaud-Frey, 31.12.1909 bis 15.10.2004

Margrith Frey entspross einer wohlhabenden Bieler Industriellenfamilie. Sie arbeitete nach einer kaufmännischen Ausbildung in der väterlichen Uhrenmanufaktur; dort kreuzten sich ihre Wege erstmals mit dem jungen Henri Thiébaud. „Petit Henri“, wie die Damen im Kontor sich über ihn mokierten, arbeitete damals im technischen Büro.1949 ging Margrith Frey mit einem alten Freund ihrer Familie, Fürsprecher Walter Tenger, einem angesehenen Bieler Anwalt, ihr erste Ehe ein. Die glückliche Beziehung blieb kinderlos und endete allzu früh durch den Hinschied des Gatten anfangs der 1960er Jahre.

Margrith Tenger-Frey lebte darauf zurückgezogen, bis sie durch einen glücklichen Zufall wieder mit Henri Thiébaud zusammentraf, welcher sie mit seinem Charme und vielen gemeinsamen Erinnerungen rasch für sich einnahm. Henri Thiébaud und Margrith Tenger-Frey gingen 1993 ihre zweite Ehe ein. Margrith Thiébaud-Frey unterstützte mit festem Willen und ihrem eigenen Vermögen die 1995 erfolgte Stiftungsgründung, und sie betreute über den Tod ihres zweiten Gatten hinaus das als Stiftungssitz vorgesehene schöne Haus in Bellmund. Noch in ihrem letzten Lebensjahr schenkte sie der Stiftung den Steinway Flügel, welcher uns heute mit seinem Klang erfreut.